Kredit übers Internet?
Geld ist so billig wie schon lange nicht mehr, die Zinsen sind historisch niedrig. Und noch günstiger als bei der Bank werden Kredite im Internet angeboten. Aber Vorsicht: Nicht jeder Anbieter ist seriös und die Beratung mehr als dürftig.
Verdächtig wird es immer, wenn Kredite ohne Schufa-Auskunft oder ohne Bonitätsprüfung angeboten werden. Seriöse Banken machen das nicht. Darauf weist das Manager Magazin hin. Und weil die Beratung im Internet quasi komplett wegfällt, empfiehlt sich ein Kredit übers Netz auch nur in Standardfällen - eine Baufinanzierung beispielsweise ist meist zu kompliziert, um sie übers Internet zu machen. Schon im Vorfeld sollten Sie wissen, dass die Internet-Direktbanken nur Kunden mit einem sehr geringen Risiko nehmen - Ihre Bankfiliale wird Ihnen in etwas schwierigeren Fällen eher einen Kredit geben. Achten Sie bei jedem Angebot auf den effektiven Jahreszins. Laut Gesetz müssen da nämlich alle Gebühren und Provisionen drin sein. Leider halten sich nach Meinung der Experten aber nicht alle Anbieter dran. Sie weisen den Effektivzins ohne die Vermittler-Provision aus. Also: Informieren Sie sich ausführlich und vergleichen Sie die verschiedenen Angebote.
Privatinsolvenz - Wege in die Schuldenfalle
Die Schufa: Der Datensammler im Hintergrund
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Seit 80 Jahren gibt es in Deutschland die Schufa, die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Trotzdem wissen viele gar nicht genau, was die Schufa eigentlich tut. Die Schufa selbst weiß dafür umso mehr ...
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Wenn Sie die Schufa-Klausel bislang auch nur vom Extra-Kästchen ganz unten auf dem Handy-Vertrag oder dem Kaufvertrag fürs Auto kennen, gehören Sie zu den Glücklichen. Immer mehr Bundesbürger erwischen es weniger gut: Sie werden vom neuen Vermieter um eine Selbstauskunft gebeten oder sogar vom Zahnarzt, bevor dieser den Bohrer in die Hand nimmt. Und diese Bitten kann man nur schlecht ausschlagen, denn wer nicht zustimmt, muss von der Telefonzelle aus (wenn vorhanden) telefonieren, zu Fuß gehen oder irgendwann auf seine Zähne verzichten. Kein Wunder, dass man angesichts dieser Aussichten eher einlenkt. Mehr als 64 Millionen Deutsche sind in den Mammutdateien der Einrichtung in Wiesbaden erfasst. Platzen Schecks oder werden Rechnungen nicht bezahlt, wird dies auf dem Schufa-Datenblatt des entsprechenden Kunden vermerkt. Die Konsequenz: Beim nächsten Auto- oder Handykauf wird der Verkäufer nach der Schufa-Anfrage möglicherweise auf Barzahlung bestehen.
| Schufa-Zahlen |
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Rund 64 Millionen Datensätze hortet die Schufa. Nach eigenen Angaben haben 93 Prozent der erfassten Verbraucher "positive Merkmale", gelten also als kreditwürdig.
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Denn die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung", wie die Schufa mit vollständigem Namen heißt, dient einem Ziel: Zu verhindern, dass ihre Vertragspartner (Banken, Autohäuser, Mobilfunk- und andere Unternehmen) einem insolventem Kunden Geld leihen oder Waren und Dienstleistungen verkaufen und dann auf dem Schaden sitzen bleiben. Seit 1927 hegt und pflegt die Schufa ihre Datensammlung - wobei sie dabei streng genommen gar nicht selbst aktiv wird: Sobald irgendwo in Deutschland ein Handy-Vertrag abgeschlossen, ein Konto eröffnet oder ein Auto gekauft wird, melden die betreffenden Unternehmen dies der Schufa. Und natürlich haben sie sich dort auch vor Vertragsabschluss versichert, dass der Kunde zahlungsfähig ist. Schufa: Gerüchte und FaktenAuch wenn sich die Gerüchte hartnäckig halten: Die Schufa hat (und hatte) keinerlei Informationen über Einkommen oder Vermögen von Kunden. Was sie allerdings speichert und allen angeschlossenen Unternehmen zur Verfügung stellt, sind Auskünfte über das Geschäftsverhalten von Verbrauchern: Wer etwa einen Ratenkredit nicht zurückgezahlt hat oder einen Offenbarungseid geleistet hat, kann davon ausgehen, einen negativen Eintrag zu erhalten. Dieser könnte wiederum verantwortlich sein, wenn die Bank demnächst den Kreditrahmen nicht erweitert oder das Möbelhaus auf Barzahlung besteht. Berüchtigt: das Score-Verfahren
| Selbstauskunft |
Wer wissen will, was die Schufa über ihn weiß, muss meist zahlen: Für 7,80 Euro pro Jahr gibt's eine Selbstauskunft (www.meineschufa.de) Um seinen Score-Wert zu erfahren, muss man nochmal drei Euro Grundgebühr plus ein Euro pro Auskuft drauflegen. Kostenlose Alternative: In 14 deutschen Großstädten (in Bayern in München) können Sie in Schufa-Servicestellen einen Blick auf Daten werfen.
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Informationen zu negativen Einträgen sind nur ein Teil des "Service", den die Schufa ihren Vertragspartnern bietet - mit den sogenannten Score-Werten gibt sie den Unternehmen ein sehr machtvolles, aus Verbrauchersicht allerdings sehr undurchsichtiges Werkzeug an die Hand. Nach dem Score-Verfahren werden grob gesagt Verbraucher, die ähnliche Merkmale haben (dieselbe Wohngegend, ein Girokonto, zwei Handys, ein Auto etc.) in statistischen Gruppen zusammengefasst. Über einen längeren Zeitraum hinweg wird beobachtet, wie sich die Kreditwürdigkeit dieser Gruppe entwickelt und ihr dann ein bestimmter Score-Wert zugeordnet. Je höher dieser Wert, desto besser werden Unternehmen die Bonität dieser Kunden beurteilen - je geringer er ist, desto schlechter. Und das völlig unabhängig davon, ob der einzelne Verbraucher persönlich seine Finanzen im Griff hat oder nicht. Kein Wunder, dass Verbraucherschützer dieses Verfahren schon seit langem kritisieren. Als "diskriminierend und unheimlich" bezeichnet etwa der Jurist Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern dieses Verfahren. Kein Spaß: Negativeinträge
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